Was die KI im Alltag leistet
Die KI in LEGALinhouse ist kein freistehender Chatbot, sondern eine Schicht, die in jedem Modul aktiv ist — immer mit dem Kontext des Falls, in dem Sie gerade arbeiten. Typische Aufgaben:
- Recherche: "Welche BGH-Urteile zur Schriftform bei Mietverträgen sind hier einschlägig?" — die KI liefert verifizierte Aktenzeichen mit kurzer Zusammenfassung.
- Entwurfsgenerierung: Schriftsätze, Mahnschreiben, Stellungnahmen, Kündigungen — als DIN 5008-konformer Brief, immer als Entwurf zur Prüfung.
- Vertragsanalyse: KI-gestützte Metadaten-Extraktion aus PDF-Verträgen mit Kurzzusammenfassung.
- Sachverhalts-Strukturierung: Unstrukturierten Sachverhalt in eine geordnete Form überführen, mit Zeitachse und Beteiligten.
- Fristen-Erkennung: Eingehende Schreiben werden auf Fristen geprüft, Vorschlag landet im Postkorb.
- Klassifizierung: Eingehende Dokumente und Korrespondenz dem richtigen Fall und Vorgangstyp zuordnen.
21 deutsche Rechtsassistenten + internationale Profile
Eine generische KI gibt generische Antworten. LEGALinhouse routet jede Anfrage an einen passenden Rechtsassistenten — einen System-Prompt mit eigenem Vokabular, Standardliteratur und Retrieval-Konfiguration. Für das deutsche Recht sind das 21 Assistenten: u. a. Arbeitsrecht, Mietrecht, Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht, IT-Recht, Datenschutzrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, Verwaltungsrecht.
Hinzu kommen weitere Assistentenprofile für internationale Rechtsordnungen, insgesamt über 140 Profile. Wer eine internationale Frage stellt (z. B. Vertrag nach US-Recht oder UK-Recht), bekommt einen Assistenten, der zumindest die Grundzüge der relevanten Rechtsordnung kennt — bei substanziellen Fragen ist das ein Hinweisgeber, kein Ersatz für lokale Beratung.
So sieht das im Alltag aus
Sie öffnen den Chat in einem Fall zum Thema Mietkündigung. LEGALinhouse erkennt: deutsches Mietrecht. Der Mietrechtsassistent wird geladen, die einschlägigen §§ BGB werden vorab in den Kontext geholt, und die Antwort zitiert nur Urteile, die in der Urteilsdatenbank existieren. Wechseln Sie in den nächsten Fall (z. B. Datenschutz), übernimmt automatisch der Datenschutz-Assistent.
Streaming-Antworten in Echtzeit
Wer auf eine KI-Antwort wartet, weiß: Drei Sekunden für eine zweisätzige Frage ist erträglich, aber 30 Sekunden für eine längere Recherche zerstört den Workflow. Daher liefert LEGALinhouse Streaming-Antworten in Echtzeit — Sie sehen, wie die Antwort entsteht, können vorzeitig abbrechen, wenn Sie merken, dass die KI in die falsche Richtung läuft, und können während des Tippens schon mitlesen.
Quellen, die existieren
Halluzinierte Aktenzeichen sind der häufigste Fehler in juristischer KI. LEGALinhouse verhindert ihn auf zwei Ebenen: Generierungszeit-Constraint (die KI darf nur aus einer retrievten Liste echter Urteile zitieren, mit strukturiertem Gericht/Datum/Aktenzeichen aus dem Graph) und Post-hoc-Validierung (jede Quellenangabe im Output wird gegen die Urteilsdatenbank geprüft und ggf. markiert).
Die Details stehen im Konzept zur KI-Architektur. Praktischer Effekt: Wenn ein Aktenzeichen in einer Antwort steht, dann existiert es — oder es ist explizit als unverifiziert gekennzeichnet.
Vorgaben zur Akte: Was Ihr Haus geprüft hat, gilt auch für die KI
Ein falsches Datum aus einem früheren KI-Text, eine Rechtsauffassung aus einem älteren Schreiben, die Ihr Haus längst nicht mehr vertritt: Was einmal in der Akte stand, kam bisher mit jeder neuen KI-Antwort zurück. Die KI liest die Akte — und nichts darin sagte ihr, dass jemand das schon geprüft hatte. Jede Akte hat dafür jetzt den Reiter „Vorgaben":
- Geprüfte Angabe: Was in Ihrem Haus geprüft ist, geht Dokumenten, Schreiben und früheren KI-Antworten vor. Weicht eine Quelle ab, folgt die KI der Vorgabe und weist auf die Abweichung hin. Zwingendes Recht geht jeder Vorgabe vor.
- Nicht verwenden — immer mit dem, was stattdessen gilt: Ein bloßes Verbot lässt eine Lücke, die die KI sonst selbst füllt. Mit einem Suchbegriff — etwa dem falschen Datum oder Aktenzeichen — wird jede Fundstelle in den KI-Antworten der Akte mit [UNBEDINGT PRÜFEN] markiert, und ein markierter Entwurf lässt sich erst nach Prüfung freigeben.
- Als überholt markieren: direkt am Schreiben oder an der KI-Antwort. Die KI liest die Quelle danach mit dem Hinweis [ÜBERHOLT]: Die rechtliche Würdigung übernimmt sie nicht mehr, Anschriften, Daten und Aktenzeichen daraus bleiben verwendbar.
Die Vorgaben erreichen KI-Zusammenfassung, Briefing, KI-Aufgabe, KI-Chat, den KI-Briefentwurf und die Zusammenfassung eines Anliegens — pseudonymisiert wie der übrige Akteninhalt. Anlegen darf sie jeder, der in der Akte schreiben darf; jeder Eintrag trägt Verfasser, Datum und Grund und wird deaktiviert statt gelöscht.
Was noch nicht geht
Schnellhilfe, KI-E-Mail-Entwurf, Know-how, Simulation und Diktat-Überarbeitung lesen die Vorgaben noch nicht. Dokumente lassen sich noch nicht als überholt markieren. Eine frei formulierte Vorgabe ohne Suchbegriff wirkt über die Anweisung an die KI, nicht über eine automatische Markierung — der Reiter zeigt bei jedem Eintrag, welches von beidem gilt.
Strategie: Handlungsoptionen durchspielen, bevor Ihr Haus entscheidet
Bevor Ihr Haus auf ein Schreiben der Gegenseite, eine Behörde oder einen Vorfall reagiert, lohnt der Blick auf die Wege, die offenstehen. Die KI-Aufgabe „Strategie (Handlungsoptionen)“ spielt sie für eine Frage zur Akte durch:
- Vier Optionen — Nichts tun, zurückhaltend, angemessen, eskalierend —, für jede die wahrscheinliche und die gefährlichste Reaktion der Gegenseite, dazu Sofortmaßnahmen, Frühwarnsignale und ein Pre-Mortem.
- Berechnet statt geschätzt: Gerichtsgebühr erster Instanz, Vergleichsrahmen, welche angekündigten Schritte der Gegenseite glaubwürdig sind, eine Entscheidungsmatrix mit Kurzliste und die Annahmen, an denen die Empfehlung am stärksten hängt, ermittelt LEGALinhouse aus den Einschätzungen der KI ohne weitere KI. Alle Werte sind als Einschätzungen gekennzeichnet und gelten als ungeprüft, bis eine Person sie bestätigt.
- Ihr Rahmen: Art der Lage, Streitwert, das Ziel Ihres Hauses und das Risikoniveau, nach dem die Optionen gereiht werden.
Das Ergebnis ist ein interner Entwurf für Ihre Rechtsabteilung, keine Rechtsberatung. Die Entscheidung trifft Ihr Haus. Externe Beteiligte können den Aufgabentyp nicht nutzen und sehen Strategie-Einträge nicht.
Human-in-the-Loop
KI-Output verlässt LEGALinhouse nie ohne menschliche Freigabe. Briefe gehen erst raus, nachdem ein Mitarbeiter sie freigegeben hat. Verträge werden erst eingelesen, nachdem die extrahierten Metadaten geprüft wurden. Fristen werden vorgeschlagen, nicht automatisch gesetzt. Diese Architektur ist nicht Bremse, sondern Schutz — sie hält die fachliche Verantwortung beim Menschen, wo sie hingehört, und macht LEGALinhouse damit RDG-konform: Produktivitätswerkzeug, keine Rechtsdienstleistung.
Lange Antworten brechen nicht mehr ab
Lange Analysen brachen früher mitten im Satz ab. Mit „Weiter generieren" lässt sich die Erzeugung fortsetzen, bis der Gedanke fertig ist. Und ein Ergebnis, das Sie nicht übernehmen, geht mit Ihrer Prüfnotiz zurück an die KI: Aus ursprünglicher Frage, bisherigem Ergebnis und Ihren Hinweisen entsteht eine korrigierte Neufassung — die alte Fassung bleibt als „überarbeitet" nachvollziehbar, der Korrekturweg ist belegt statt überschrieben.
Tiefer einsteigen
Wer die Architektur hinter der KI verstehen will — Knowledge Graph, Routing, Zitatschutz, 3-Phasen-Pseudonymisierung — findet alles unter Konzept · KI-Architektur. Datenschutz und EU AI Act im Detail unter Sicherheit & Compliance.